• Harada

    An der Küste des Seto-Binnenmeeres, in der Stadt Shunan (Präfektur Yamaguchi), liegt die Brauerei Hatsumomidi – ein Familienunternehmen, das seit 1819 von der Familie Harada geführt wird. Die Region, die oft als „Kyoto des Westens” bezeichnet wird, ist bekannt für ihre starken kulturellen Traditionen und ihr außergewöhnlich reines Wasser aus der Kano-Quelle, einer der hundert besten Wasserquellen Japans.

    Obwohl die Brauerei in den 1970er Jahren in Schwierigkeiten geriet, wurde sie 2003 von Yasuhiro Harada, der zwölften Generation, wiederbelebt. Unter seiner Führung verwandelte sich Hatsumomidi in eine sogenannte „Four Seasons Brewery”, in der das ganze Jahr über in kleinem Maßstab gebraut wird, um maximale Frische und Präzision zu gewährleisten.

    Ein wichtiger Schritt in der jüngsten Entwicklung der Brauerei war die Ernennung von Mie Abe zur Toji (Braumeisterin) im Jahr 2022. Sie begann ihre Laufbahn ohne Erfahrung in der Welt des Sake, aber mit einer starken Motivation, Teil eines handwerklichen Prozesses zu sein, der tief in der japanischen Kultur verwurzelt ist. Nach vier Jahren als Kurabito (Brauereimitarbeiterin) und Praktika bei anderen Brauereien stieg sie zur zweiten Toji und schließlich zur Hauptverantwortlichen für die Produktion auf.

    In ihren eigenen Worten vergleicht sie die Herstellung von Sake mit der Erziehung eines Kindes: „Man arbeitet mit lebenden Mikroorganismen. Wenn man ihnen Aufmerksamkeit und Sorgfalt schenkt, bekommt man etwas Schönes zurück.“ Ihre Ernennung zur weiblichen Toji bringt einen frischen Blick und eine persönliche Note in eine Welt, die traditionell von Männern dominiert wurde.

    Hatsumomidi ist heute eine Brauerei, die Tradition und Innovation in Einklang bringt. Mit einem Fokus auf Terroir, saisonaler Produktion und menschlichem Engagement bietet sie Sake, der nicht nur technisch raffiniert ist, sondern auch eine Geschichte erzählt – von Generationen, von Regionen und von Menschen.